Munich Masters 2007

5. Internationale Deutsche Meisterschaft F3N 

Donnerstag Nachmittag - Einfliegen bei den Red Barons

Topfavorit Dominik Hägele hatte Pech mit seinem Freestyle Modell, das Heckservo blieb stecken. Er konnte zwar mit einer Autorotation Schlimmeres verhindern, eine Reparatur war aber unumgänglich und wurde beim Hirobo Händler Rüdiger Feil durchgeführt. Jetzt weiss ich auch, wieso die Kreuzi`s Vodoo heissen.

 
Albert Fruth mit seinem MadTrix2. Entspannte Atmosphäre bei den Red Barons

Timo Wendtland mit Henseleit MP-XL 91 Verbrenner

Freitag 9:00 - Beginn des F3N Bewerbes mit Pflicht 1 und Kür

  Briefing bei perfektem Wetter


Oberpunktewerter Tobias bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Erklärung der Flugfiguren. In der Kür war es manchmal schwierig, überhaupt eine wertbare Figur zu finden !

 

Pflicht1:
Dominik führt ohne Überraschung mit einem 1000er. Auch Kim zeigte im Vorjahr seine Stärke in der Pflicht und folgte, aber bereits mit 15% Rückstand, auf Platz zwei. Jetzt kommt aber die wirkliche Überraschung mit Eric Weber als Dritter und einem 50er Verbrennermodell. Sauber geflogene Figuren mit Wertungen zwischen 12 und 17 und hohen Schwierigkeitsgrad. Daniel Jetschin hatte große Probleme beim Biertrag`l und folgt als Vierter. Robert Sixt fliegt seit 2007 mit V-Stabi als Hillerersatz. Mehrleistung ist damit verfügbar, das Schweben scheint hier aber doch ein deutlicher Nachteil zu sein. Pilotensprecher F3N Nico hat zwei Nuller und dieser Durchgang wird wohl sein Streicher in der Vorrunde.

Ich möchte hier noch mal die Piloten und auch die Helfer auffordern, sich besser vorzubereiten. Dies ist ja keine Kasperl Veranstaltung, sondern eine Internationale Deutsche Meisterschaft. Wenn dann ein Pilot vor dem Kürdurchgang am Pilotenstartplatz nachfragt, ob es denn ein Zeitlimit in der Kür gibt (Beschreibung: zwischen 3 und 5 Minuten), wäre das eigentlich schon ein Grund, in Zukunft eine Vorselektion für diese Meisterschaft durchzuführen. Von den Punktewertern erwartet man (zurecht) eine entsprechende Vorarbeit (Schulung) sowie korrekte Bewertung der Flüge. Dasselbe (Vorarbeit ) sollte eigentlich für teilnehmende Piloten und Ansager gelten. Speziell dem An / und Ausflug wurde wenig Beachtung geschenkt oder gar nicht durchgeführt. Der Ansager muss die Figur mit "Start" oder "Jetzt" ansagen und mit "Ende" beenden. Es gab Fälle ohne "Start" und ohne "Ende". Ein Ansager hatte Figuren einfach vergessen. Sehr viele Nuller durch inkorrekte Figuren: Piro Funnel mit 3 statt 2 Funnels, Piro Globe mit 5 statt 4 Piro Loops, 3 Funnels statt 4, Piro Loops statt mit maximal 6 Piros mit 10 Piros.

 
Etwas Stress beim Einfliegen nach dem Crash am Vortag: Dominik und sein Vater Hans Hägele.

Kür:
Sehr spannende Wertungen zwischen Daniel und Dominik, die für beide einen 1000er bedeuten. Piro Snake und Piro Funnel sind für beide kein Problem. Daniel topt den Piro Funnel noch mit wechselnder Heckdrehrichtung. Dafür fliegt Dominik das London Eye ab der Hälfte mit geänderter Drehrichtung. Piro Flips mit wechselnder Heckdrehrichtung fliegen wieder beide. Alex Bauch mit einer sehr guten Kür mit hohen Schwierigkeitsgraden und Dritter. Überraschend Kim als Vierter, da seine Küren im Vorjahr seine Schwäche waren. Aber ebenfalls mit hohem K-Faktor (Piro Snake) kann er sich vorne platzieren. Robert wie immer harmonisch, K-Faktor erstaunlicherweise auch recht hoch mit seinen neuen Figuren Nicküberschlagsquerkreis und TicToc Looping quer sowie BigBen. Eric Weber mit Platz 20 zurückgefallen, da der K-Faktor zu niedrig ist. Das liegt aber nicht daran, dass Eric diese nicht fliegen kann (siehe Pflicht), sondern dass in der Kür viele Piloten den K-Faktor zu wenig beachten. Siehe Wertungsblatt. Uwe Caspert crasht leider. Uwe ist 2007 der Pechvogel nach seinem LiPo Brand in der Werkstätte. Die Voodos (Kreuzis) schlagen sich wacker mit Platz 6 und 7. Markus (Max) ist immer etwas besser platziert als Tom, aber das macht halt sein Alter aus - er ist um ein Jahr jünger ;-)

Fazit erster Tag: Das fliegerische Niveau steigt von Jahr zu Jahr. Dominik, Daniel, Kim und Alex Bauch fliegen Piro Snake. Wechselnde Heckdrehrichtung in einigen Figuren wie Piro Flip / Funnel, London Eye. Auch  Sportsman 2007 Max Kreuzberger fliegt seine Piro Flips in beiden Richtungen..


Samstag 8:45 - Fortsetzung F3N Bewerb mit Pflicht 2 und Musikkür

Nachdem sich Punktewerter 2 verspätet hat (Tiroler verstehen halt nicht "Viertel Neun", sondern entweder viertel nach Acht oder noch besser 8:15)  konnte der Bewerb zügig voranschreiten.

Ein paar Regenpausen lockerten den Wettbewerb auf. 

 
Punktewerter Tobias und Michael, welcher den VIP Bernd festhielt. Wettbewerbsleiter Achim hatte alles unter Kontrolle - Verspätungen lagen nicht in seinem Bereich.

  Papa Riva, Luka Riva, Chen Zarfati und Albert Fruth

  Scharfe Security - ohne Plakette "kummst do ned nei !"

  Petr Nowotny: überraschend nicht mehr im Thunder Tiger Team, sondern jetzt bei Align mit dem T-Rex 600 Nitro.

 

Pflicht 2:
Die zweite Pflicht ist bei den meisten Piloten die Bessere, da sich die Piloten eingeflogen haben und die Nervosität sinkt. Das Biertrag`l ist beim Daniel zwar viel besser als in der ersten Pflicht, der Funnel mit 1/2 Rollen ist aber ein Nuller. Nico (oder sein Ansager) zählt dieses mal besser, sprich korrekt, und zeigte als Dritter, dass er für einen Stockerlplatz in Frage kommt. Eric wieder mit 815 exakt im gleichen Verhältnis zum Dominik 1000er wie in der ersten Pflicht, dieses mal immer noch guter Fünfter. Dasselbe gilt für Kim, etwas zugelegt mit 885. Robert erstaunlich weit hinten als Achter und Martin Gottschling als Wettbewerbsneuling guter Neunter nur knapp dahinter.

Musikkür:
Harmonie und Kreativität werden in der Musikkür doppelt bewertet als in der normalen Kür. Zur Harmonie gehört die Raumaufteilung, Flüssigkeit der Figurenfolge, also die Verbindungen zwischen den Figuren sowie der Zusammenhang zur Musik. Und dies ist die Stärke von Robert. Mit dem zweiten Platz rangiert er wieder ganz vorne, nur geschlagen von Dominik, welche durch den K-Faktor Punkte gut macht. Aber auch Daniel, Alex Bauch, Nico und Timo schaffen diesmal die 900er Marke und sind damit deutlich näher bei Dominik als in der Pflicht. Timo zeigt eine besonders harmonische Musikkür mit schwierigen langen und langsamen Piro TicToc`s. Eric Weber kann wieder etwas aufholen, seine Figuren passen gut zu seiner Musikwahl.

 

   

"Star" der Veranstaltung war zweifelsohne der 7 jährige Alon Barak aus Isreal. Alon fliegt sensationell, wobei sein Papa das Modell immer zum Startplatz trägt, da für Alon der Heli zu schwer ist. Seine HomePage: www.alonbarak.com

Alon war immer mit seinem Landsmann Chen Zarfati unterwegs. Chen gewann das 3D Masters 2006 in England in der Masters Class und war somit inoffizieller 3D Weltmeister 2006. Chen und Alon fliegen den JR Vibe 90, welcher von Curtis Youngblood entwickelt wurde.

 

Marina und Sven Andlauer sowie ganz rechts Eric Weber, der in der Pflicht mit sauberen Figuren und hohem K-Faktor alle überrascht hat.

Zwischenstand:
Aus den vier Vorrunden Pflicht 1, Kür, Pflicht 2 und Musikkür wird der Schlechteste gestrichen, die drei Besten addiert und wieder auf 1000 normiert. Dominik hat ja alle vier Vorrunden (Kür zusammen mit Daniel einen 1000er) gewonnen, damit steht der 1000er fest. Daniel noch mit 919 klar im 900er und ab dem dritten Platz sehr geringe Unterschiede von 899,18 für Kim, 899,07 für Alex (1/10 Differenz !) und Robert mit 891,68. Die besten Zehn (Top Ten) fliegen nun am Sonntag das Finale, wobei wieder eine Pflicht sowie eine Musikkür geflogen wird. Durch einen Streicher im Finale bleibt der Wettbewerb sehr spannend, da jeder von den zehn Finalisten diesen noch gewinnen kann. Dominik hat zwar einen 1000er aus der Vorrunde, wenn aber ein anderer Pilot die beiden Durchgänge am Sonntag gewinnt ist dieser Pilot Deutscher Meister F3N 2007.

    Punktwerter Martin aus Dänemark mit Freundin

   

Die Scale Vorführungen waren ebenfalls beeindruckend. Modelle in allen Größenordnungen mit Turbinen bis zu einem Rotordurchmesser von 3,3 Meter erstaunten die Zuschauer.

Solche Geräte haben dann einen Wert von einem Mittelklasse Auto.

 

Beim "Scale" Flug von Uli Röhr mit seiner Scale EC 145 schauten dann sogar die puren 3D Fetischisten zu.

 

Samstag 21:00 - Nachtflug

Bilder von Dieter F. Heinlin

Mit 9 Piloten war der Nachtflug das Highlight des Samstags. Mit dem "Samstag Nacht Applausometer" wurde am Sonntag bei der F3N Siegerehrung Robert Sixt als bester Nachtflugpilot gekürt. Mit seinem Feuerwerk überraschte Robert natürlich die meisten Zuschauer. Nico zündete sein Feuerwerk leider etwas zu früh, die Taschenlampenmethode ist aber immer spektakulär anzusehen. Mich persönlich hat Maikel Temming überrascht. Mit einer eindrucksvollen Musikkür sehr harmonisch geflogen und mit hohen Schwierigkeitsgraden (Piro Flips, Piro TicToc, Piro Funnel) zählt er ab so sofort zu den Top Nachtflugpiloten. Nächstes Jahr hat er auf jeden Fall vor, auch beim F3N Wettbewerb mitzufliegen. Ich denke mit einer einigermaßen soliden Pflicht landet er in den Top Ten.

Videos unter: RC-HeliFan.org

 

 
Robert mit seinem Feuerwerk.

 
Nico Niewind mit Feuerwerk und der Taschenlampenmethode.

Sonntag 10:30 - Top Ten Finale mit Pflicht und Musikkür

Nicht nur Punktewerter verspäten sich, auch manche Piloten kommen nicht zur richtigen Zeit. Robert Sixt wurde am Sonntag nicht gesehen, und so wurde erst mal die Verlosung der Top Ten Piloten durchgeführt. Und jeder kann nun raten, welche Startnummer Robert (in Abwesenheit) gezogen hat.

Zu seinem Glück kam er gerade noch rechtzeitig (fangen wir schon an ?).

Finalflüge:
Das Angenehme für die Punktewerter an den Top Ten Piloten ist die Suche nach Fehlern in den Flügen, und nicht die Suche nach Figuren (in der Kür) oder dem Nichterkennen von Figuren (Pflicht). Die Finalflüge werden daher um so kritischer bewertet.

Finale Pflicht:
Dominik ist in der Pflicht einfach nicht zu schlagen. Dieses mal hatte Daniel keinen Nuller und kaum Fehler in den Figuren, damit als bester Pflichtzweiter 894,11 Punkte. Wie erwartet Kim sehr stark als Dritter gefolgt von Überraschungspilot Eric. Für Robert setzt sich die Pflicht wie in den Vorrunden fort und liegt mit 700 Punkten 30% hinter Dominik.

Finale Musikkür:
Dominiks Flug ist fast perfekt, die Figuren passen exakt zum Takt der Musik, hohe Schwierigkeitsgrade - 1000er und damit klar Platz 1 im Wettbewerb. Daniel wieder mit hohem K-Faktor Zweiter. Nico hat auf Hinweise reagiert und fliegt seine  Musikkür von 2006. Steigerung von 920 Punkte aus der Vorrunden auf 943 in Finale. Geht sich der dritte Platz in der Gesamtwertung aus ? Dem Robert passiert ein kleiner Fehler: er landet nach sehr gutem Flug sein Modell zwischen sich und den Punktewerten - und das ist nicht erlaubt !

5F.10 Flugprogramme
Durchführung: Der Standort des Piloten ist frei wählbar, muss aber vor der Punktwerterlinie sein. Das Modell darf nicht zwischen Pilot und Punktwerter kommen und auch nicht näher als 20m zu den Punktwertern (i.e. Landefeld), ansonsten erfolgt eine Nullwertung für diese Flugfigur.

Die Punktewerter einigten sich mit dem Wettbewerbsleiter, die letzte Figur als nicht geflogen zu werten, damit sank die Kreativität (2 bis 3) und der K-Faktor um einige Punkte. Bei der Sicherheit wurde ebenfalls ein Abzug durchgeführt.

Finale Pflicht Finale Musikkür
Starthelfer Carsten Neu, Timo Wendtland, Andreas Spatz, Stefan Ring und Uli Haslinde.

Endstand:
Dominik als Erster und Daniel als Zweiter ist nach den gezeigten Flügen und Wertungen eigentlich klar. Aber wer ist Dritter ? Jetzt kommt die Überraschung des Bewerbes: Robert hat es geschafft mit nur 2,21 Punkten Vorsprung vor Nico. Hier sieht man, wie knapp das Ergebnis sein kann. Hätte Nico in der ersten Pflicht die beiden Nuller nicht gehabt. Hätte er in der ersten Musikkür die von 2006 genommen. Auf der anderen Seite musste Robert Punkteabzüge bei der Landung in der finalen Musikkür hinnehmen, ansonsten wäre sein Vorsprung deutlich größer. Kim zeigte konstant gute Leistung über alle seine Flüge mit Wertungen von 846, 924, 885, 887 Finale 887 und 900, Robert hatte 765, 920, 740, 989 Finale 700 und 931. Mit den Streichern in der Pflicht und den guten Kür Wertungen konnte sich Robert noch vor Nico, Alex und Kim platzieren. Würde man im Finale keinen Streicher zulassen (wie z.B. bei allen Flügen beim 3D Masters in England), käme ein komplett anderes Ergebnis auf den Plätzen drei bis sechs zustande. Ein technisches Problem im Finale würde aber einem Top Piloten alle Chancen nehmen den ersten Platz zu erreichen - und jetzt stellt sich die Fragen ob wir das wollen ?

Der große Punktesprung in der Tabelle zwischen 10. und 11. Platz ergibt sich durch die beiden zusätzlichen Flüge der Top Ten im Finale.

 
1.Platz und damit Titelverteidiger Dominik Hägele (Mitte) mit Hirobo Freya, 2.Platz Daniel Jetschin (rechts) mit Mikado Logo 600 und 3.Platz Robert Sixt (links) mit Henseleit MP-XL 91

Victory-Flights:

3.Platz Robert: Sein Flug dauert nur 30 Sekunden. Nach einem Speed Rückenrückwärtskreis streift der Hauptrotor den Boden, der Rotor wird unwucht. Als er dann sieht, dass der Heli noch weiterfliegt denkt er sich - nur nicht aufgeben - und kann das Modell noch einigermaßen sanft landen. Kommentar: ich habe alles gegeben.

2.Platz Daniel: Tiefe Stops und halt typischer Hardcore Dani Flug mit einer normalen Autorot, dann eine 1/2 Rolle (was macht er jetzt ?) und einer gezielte Rücken Nasenflugschwebe Autorotationslandung - Applaus.

1. Platz Dominik: In seiner gewohnt präzisen Art, exakt, Piro Snake und dann eine Piro Flip über / in den Bäumen mit fallenden Blättern und mit einer eleganten Autorrot zur Landung.

  Die Auswertung hat ganze Arbeit geleistet. Grüße an Michaela und dem Team.

Nach der Siegerehrung des F3N Bewerbes wurde der Showflugteil mit Top Piloten fortgesetzt.

 
Lukas Riva aus der Schweiz und Duncan Osbourn aus England mit dem Align T-Rex 600. Nach dem Flug wurde auch Mr. Osbourn Senior interviewt.

Insgesamt eine super Veranstaltung, eine Steigerung zum Vorjahr war deutlich erkennbar.

Danke an alle Beteiligten und speziell an das Munich Heli Masters Team mit Polzi, Franz, Bretti, Kasmo, Thorsten, Rainer und Michi.

      

     

Links:
Munich Heli Masters
Dieter F. Heinlin
YesYesRudi
Heligaudi.de

Text: Harald Schappacher
Bilder: YesYesRudi, Dieter F. Heinlin, Loisl.de, Harald Schappacher
4./ 11. September 2007